Digitalisierung am Bau

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09. Februar 2020

Gute Frage: Was hat Beton mit Digitalisierung zu tun? Vor sieben Jahren wussten wir das auch noch nicht. Heute erzeugen wir grundsätzlich alle unsere Planzeichnungen am Bildschirm in 3D. Das sind dann nicht nur Zeichnungen, sondern umfangreiche Datenpakete, die heute schon Antworten auf die Frage enthalten, die der Bauherr in 10 Jahren erst stellen wird: „Kann ich an der Ecke noch ne neue Halle anbauen oder kriege ich dann Probleme mit der Statik oder mit den Leitungswegen der Klimaanlage oder mit dem Brandschutz?

Digitalisierung ist bei uns längst an der Tagesordnung. Und wir sehen auch, was das bedeutet: Halten sich alle an die Standards? Wie gehen wir mit Zulieferern um, die ihre Pläne noch in 2D liefern? Wie offen machen wir das System und damit unsere Betriebsdaten für externe Partner, Zulieferer und Architekten, die ja auch mal als Wettbewerber auftreten können?

Die Fragen sind noch nicht alle beantwortet, aber wir arbeiten daran. Seit sieben Jahren. Und wir können heute schon sagen: wir sind weiter als viele andere in der Branche. Und dennoch stehen wir erst am Anfang. Zum Beispiel gibt es auch Mitarbeiter, die die Digitalisierung für eine Bedrohung halten oder die glauben, weil sie bloß noch 5 Jahre bis zur Rente hätten, müssten sie sich mit dem Thema nicht befassen.

Uns Führungskräften muss es gelingen, zu zeigen, dass die Digitalisierung unausweichlich ist und dass wir uns damit auseinandersetzen müssen. Wegducken geht nicht. Digitalisierung kann ein neues Werkzeug sein, das hilft, die wirkliche Kernkompetenz eines Architekten oder eines Ingenieurs freizulegen. Da entsteht für uns als Unternehmenslenker eine Führungsaufgabe ganz eigener Art. Und die hat im Kern nichts mit Digitalisierung zu tun. Sondern mit Menschen.

 

Johannes.Lehde@SoestExta.info